18.05.2020 Do-it-yourself…. wir bauen uns ein Hausbett:

Um ein solches Projekt in Angriff nehmen zu können, brauchen wir in erster Linie einmal einen Plan. Pläne sind wichtig, denn ohne Plan kann man einfach nicht arbeiten. Ob es nun um die richtigen Maße geht, die wir aus dem Plan herauslesen können oder darum unserem Partner zu zeigen, wie das Ding später mal aussehen soll oder einfach nur um den erstellten Plan wieder zu verwerfen, ohne Planung geht gar nichts. Und so setze ich mich an meinen Schreibtisch, betrachte das Blatt Papier vor mir und bin eigentlich recht ratlos, denn ich hab keinen Tau, wie groß das Ding werden soll, geschweige denn, wie ein Hausbett überhaupt aussieht. Hausbett? Ein Bett in einem Haus oder eher ein Bett, das wie ein Haus aussieht? Nun diese Frage lässt sich ja recht einfach klären. Ein Blick ins Internet und schon sind wir wieder um einiges gescheiter und wissen sogar, dass diese Hausbetten einen Bestandteil der Montessori-Erziehung darstellen. Weiters haben wir gelernt, dass das vermeintliche Haus eigentlich nur in seinen Konturen angedeutet ist.  Das bedeutet wir benötigen jede Menge Vierkanthölzer, allerdings mit unterschiedlichen Querschnitten.

Da das Bett dem Sprössling eine ziemliche Weile dienen soll, nehmen wir mal eine Länge von 2 Metern an. Um keine Schwierigkeiten beim Matratzenkauf zu haben, entscheiden wir uns für eine Breite von 90 cm. Mittlerweile haben wir einiges an Papier verbraucht, denn wir sind uns immer noch nicht sicher, ob wir das Bett im Grundriß oder im Aufriß darstellen sollen bzw. ist es schon eine Weile her, dass wir uns mit Papier, Bleistift und Lineal betätigt haben. Eines ist allerdings sicher, Beine braucht unser Bett nicht, denn der Sprössling soll ja bequem in das Möbelstück klettern können ohne gar eine Aufstiegshilfe zu benötigen.
Der Plan ist also erstellt und wir begeben uns frischen Mutes in den Baumarkt, um dort das nötige Baumaterial zu kaufen… und vielleicht das eine oder andere Werkzeug… wir lieben Werkzeug und haben auch eine gehörige Sammlung, allerdings finden wir die Hälfte nicht, denn sowohl Kind Nr. 1 als auch Kind Nr. 2 und der liebe Schwiegersohn borgen ständig irgendwelche Teile, die dann interessanterweise den Weg in die heimische Werkstatt nicht mehr wiederfinden. Wir verbringen also einen angenehmen halben Tag im Baumarkt, einerseits um einen Verkäufer zu finden, der für die angebotenen Waren im Regal zuständig ist, andererseits beim Holzzuschnitt, wo uns mitgeteilt wird, dass die benötigten Vierkanthölzer bestellt werden müssen und frühestens in einer Woche zu haben sind. Ein wenig pikiert bestellen wir das Holz und finden uns in der drauffolgenden Woche wieder ein, um uns mit den Hölzern gehörig abzuschleppen. Erst zuhause stellen wir fest, dass wir einen wichtigen Teil vergessen haben und wir neuerlich unsere Freunde im Baumarkt bemühen müssen, wenn wir sie nur finden würden.

Nach einer weiteren Woche - prompt mussten wir auch das fehlende Teil wieder bestellen - beginnen wir mit der Arbeit. Die Vierkanthölzer erscheinen uns jetzt im Original zwar ein wenig klobig, dafür halten sie aber einiges an Gewicht aus. Bereits nach 10 Minuten müssen wir bereit seine verletzungsbedingte Pause einlegen, denn wir sind barfuß auf eine Schraube getreten, die  sich zwar nicht in unseren Fuß gebohrt hat, aber trotzdem schmerzt uns der Huf und wir winden uns wie ein Wurm am Boden.

Schon bald haben wir das Grundgerüst zusammengesetzt, das wir mit allerlei Zwingen, Schnüren und Bändern in Form halten, bis wir die Verbindungen verleimt und verschraubt haben. Nach einem kurzen Intermezzo
  mit der Angetrauten, die bereits zum dritten Mal nachfragt, wann wir denn endlich fertig sind und der wir umständlich erklären, dass es für
  alle Parteien besser wäre, denn Raum zu verlassen, da jede weitere Störung dazu führen könnte, dass wir die Länge des Bettes neu
  berechnen müssen, weil der Sprössling mittlerweile nicht mehr hineinpasst.

  Kurz darauf tanzen wir durch den Raum, weil wir uns bereits zum wiederholten Mal mit dem Hammer auf die Pfote gedroschen haben, was
  dazu führt, dass unser Daumen mittlerweile das Maß des Vierkantholzes angenommen hat und sich eigentlich nur mehr durch die Farbe
  von diesem unterscheidet.

  Endlich fertig, stehen wir vor einem windschiefen Etwas, das mehr nach Unterschlupf eines Waldläufers als nach Hausbett aussieht,  
  müssen wir einmal mehr zur Kenntnis nehmen, dass wir nicht zum Handwerker sondern eher zum Denker geboren sind, worauf das Gestell
  auch schon zusammenfällt und uns ein Teil prompt am Kopf trifft und wir in Sekundenschnelle einem Einhorn ähneln!

  Mit schmerzverzerrtem Gesicht nehmen wir unseren Plan, zerreißen ihn wuterfüllt in tausend Stücke, stopfen die Vierkanthölzer mit 
  einem höhnischen Lächeln in den Allesbrenner, nachdem wir unsere letzte Energie in das Schwingen einer überdimensionalen Axt gesteckt
haben. Ein letzter verächtlicher Blick auf die gierigen Flammen und wir setzen uns zum Computer, wo wir im Internet bei Mikulini ein Hausbett finden, das unseren Ansprüchen gerecht wird und das wir mit einem Gefühl von innerer Befriedigung kaufen!  Zu den Hausbetten -->